Ihr wollt wissen, was mir passiert ist …?
Ich habe mit meinen Freunden gespielt. Naja, Spielen war das eigentlich nicht. Wir haben ein Radrennen gemacht.
Das war super lustig. Wir spielten das schon viele Tage – oder sogar Wochen. Das fing eigentlich ganz harmlos an:

Die Eltern von meinem Freund Paul haben einen großen Garten. Der liegt am Hang. Wir stellten uns immer mit drei Freunden auf und fuhren mit unseren Fahrrädern den Hang herunter. Wer zuerst am Gartenzaun ankam, hatte gewonnen.
Aber das hat uns bald keinen Spaß mehr gemacht. War einfach zu langweilig geworden.
Wir haben uns dann immer verrücktere Sachen ausgedacht. Will das hier aber nicht beschreiben, weil es ja auch kleinere lesen und die sollen das nicht nachmachen!
Jedenfalls bin ich eines Tages von einem großen Auto erfasst worden.

Ihr könnt euch denken, dass wir da nicht mehr im Garten von Paul gespielt haben, nicht? Ich weiß nur noch, dass es einen ganz lauten Knall gegeben hat. Erst im Krankenhaus bin ich wieder aufgewacht. Das war fast zwei Wochen später. Mama und Papa sagen, dass ich eines Tages verstehen werde, was sie durchgemacht haben. Ich glaube, das kann ich jetzt schon. Sie hatten ganz viel Angst um mich! Aber ihr wisst ja, dass ich das überlebt habe – sonst würde ich hier ja nicht schreiben.

Aber seitdem fehlt mir mein linkes Bein. Ganz überstanden ist alles noch nicht. Letzten Monat bin ich wieder operiert worden. Damit ich bald ohne Probleme eine Prothese tragen kann, sagen die Ärzte. Den Doc Schmidt mag ich richtig gern. Er hat mir sogar mal den Operationssaal gezeigt. Denn wenn ich in der Narkose bin, sehe ich nicht, wie es dort aussieht. Mensch, sind da viele Geräte, Schläuche, grüne Tücher … ein bisschen gruselig finde ich das.
Der Doc meint, dass ich jetzt bald anfangen werde zu gehen.

Na, das will ich hoffen, denn dieser Rollstuhl ist oft einfach viel zu langsam.